Unser Verein

Geschichte SATUS TV Olten



Der SATUS Olten wurde am 30. Dezember 1894 als Grütli-Turnverein im Hotel Löwen gegründet. Als erster Präsident übernahm Adolf Dolder die Geschicke des Vereins, als erster Kassier amtete Josef Meuri, und als erster Oberturner stellte Christian Geisel die sportlichen Weichen. Als weitere Gründungsmitglieder übernahmen Verantwortung für den jungen Verein: Adolf Bärtschi, Emil Hirzel, Alois Disteli und Emil Donniez.

Das erste Vierteljahrhundert war natürlich geprägt durch die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, die in Olten nicht vorteilhafter waren als in der übrigen Schweiz. Dies schlug sich nicht zuletzt auch im häufigen Wechsel des Mitglieder- und Funktionärenbestandes des frischgebackenen Vereins nieder. Nicht weniger als 13 Präsidenten und 14 Oberturner „verbrauchte“ der Verein in den Jahren 1895 bis 1920.

Die erste Vereinsfahne konnte im Jahre 1900 angeschafft werden, wobei die Anschaffung der Fahne weniger zu diskutieren gab als jene eines Fahnenkastens!

Im Jahre 1903 erlebte der Verein seine erste Krise. Demissionen und Austritte einiger guter Turner konnten jedoch wenig später wieder kompensiert werden, so dass sich die Sektion am Kantonalturnfest in Grenchen (1907) bereits den 10. Lorbeer erkämpfen konnte. Im Jahre 1911 scheiterte ein erster Versuch, eine Männerriege ins Leben zu rufen, mangels geeigneter Leitung. In diesem Jahr zählte die Sektion übrigens stolze 156 Mitglieder.

Das Jahr 1913 wurde zum ersten Markstein in der Geschichte des Vereins: Mit der Übernahme des 5. Grütli-Turnfestes profilierte sich der junge Verein auch auf eidgenössischer Ebene. Das 85köpfige Organisationskomitee stand unter der Leitung von Heinrich Lattmann, und am 21. Juni fanden 25 Verbandssektionen und 8 ausländische Arbeiterturnvereine den Weg nach Olten. Als Festplatz diente der Turnplatz beim Bifangschulhaus. Und die grosse Arbeit lohnte sich: Die Organisatoren ernteten viel Lob, und die Aktivmitgliederzahl stieg in der Folge fast auf das Doppelte an.

Im Jahre 1917 beschloss die Generalversammlung einstimmig, den „Grütli-Turnverein“ in „Arbeiterturnverein“ umzutaufen. Ein Jahr später brachte die Ausrichtung des Kreisturnfestes wiederum einen Mitgliederzuwachs. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach Kriegsende beeinflussten weiterhin auch das Vereinsleben. Trotzdem brachte das Jubiläumsjahr 1920 dem Verein einen weiteren Markstein: die Gründung einer Männer-, einer Turnerinnen- und der Jugendriege. Das Jubiläum wurde am 26. September 1920 mit einem Turntag verbunden, an welchem sich die umliegenden Sektionen beteiligten. Als Patensektion für die zweite Vereinsfahne amtete wiederum die Sektion Aarau.

Auch das zweite Vierteljahrhundert war geprägt durch wirtschaftliche und politische Krisen und Wirren. Trotzdem entwickelte sich der „Arbeiterturn- und Sportverein Olten“, wie er sich nun nannte, zu einem wichtigen und geschätzten Bestandteil des regionalen Sportlebens. Neben zahlreichen sportlichen Erfolgen setzte der Verein mit dem Festspiel „Unser Weg“ an der Abendunterhaltung 1933 neue Impulse für den Arbeitersport. Bereits zwei Jahre früher hatte die Sektion an der Hygiene- und Sportausstellung „Hyspa“ in Bern teilgenommen. 1935 organisierte der Verein zum erstenmal ein „Quer durch Olten“, bei welchem auch die Aare durchschwommen werden musste.

Das Jahr 1937 liess sich nicht gut an. Nachdem der ganze Vorstand demissioniert und die Generalversammlung keinen neuen Vorstand „zustande gebracht“ hatte, musste sich der alte Vereinsvorstand an den Parteivorstand wenden. Das Vereinsschiff konnte wieder auf Kurs gebracht werden. Aber schon bald brachte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Vereinstätigkeit für einige Zeit völlig zum Erliegen.

Alle drei Turnhallen wurden durch das Militär belegt, viele Vereinsmitglieder mussten sofort einrücken. Die Sektionen des ETV und des SATUS erstellten in der Folge einen „Kriegsfahrplan“, in welchem sich die beiden Turnvereine über die Benützung eventuell freiwerdender Turnhallen einigten. Ein bemerkenswertes Abkommen zu einer Zeit, in welcher das Verhältnis zwischen Arbeiterturnvereinen und „bürgerlichen“ noch keineswegs konfliktfrei war, und das in der Folge auch problemlos eingehalten wurde.

Im Jahre 1941 legte die Mobilisation wiederum den gesamten Turnbetrieb lahm, und trotzdem ist ein weiterer Markstein der Vereinsgeschichte zu verzeichnen.
Am 15. September wurde die Männerriege gegründet. Initiant war der damalige Präsident der Aktivsektion, Karl Frey. Nachdem bereits früher einige Male eher kurzlebige Versuche mit Männerturnern gemacht worden waren, entwickelte sich die Männerriege von nun an stetig und wurde zu einem tragenden Pfeiler des SATUS Olten.

Das Jahr 1945 brachte nicht nur das Kriegsende, sondern auch den 50. Geburtstag das SATUS Olten. In diesem Jahr fielen auch die Rücktritte zweier Grossen des Vereins: Präsident Karl Frey und Oberturner Ruedi Friedland wurden in Anerkennung ihrer immensen Verdienste zum Ehrenpräsidenten bzw. Ehrenoberturner ernannt.

In den Nachkriegsjahren normalisierte sich das Vereinsleben auch im SATUS Olten wieder, und die Turnerinnen und Turner konnten ihr Augenmerk wieder vermehrt auf den Sport und die Geselligkeit richten. Viele sportliche Erfolge konnten zwischen 1945 und 1970 in Sektions- oder Einzelwettkämpfen errungen werden. Neben der Übernahme zahlreicher kleinerer und grösserer Sportanlässe fiel im Jahre 1951 dem SATUS Olten die Ehre zu, den Verbandstag durchzuführen. Die Delegierten des schweizerischen SATUS-Verbandes trafen sich am 31. März im Konzertsaal des Stadttheaters, und mit dem Besuch von Bad Lostorf wurde den Besuchern auch die nähere Umgebung der Stadt Olten nähergebracht.

Ins Jahr 1951 fällt ein weiterer wichtiger Markstein: die Gründung der Frauenriege. Ruedi Friedland war es zu verdanken, dass im August zur Gründungsversammlung einer SATUS-Frauenriege eingeladen werden konnte. Als erste Präsidentin amtete Yvonne Meister, der vielen noch bestens bekannte Turnlehrer Paul Widmer übernahm für drei Jahre die sportliche Leitung der neugegründeten Riege.

Jedes Jahr fanden, als Ergänzung zum sportlichen Freizeitangebot, viele Wandertouren und gesellige Zusammenkünfte statt, die bis heute dazu dienen, den Geist der Freundschaft zu festigen und den Mitgliedern unbeschwerte und frohe Stunden im Kreise der Turnkolleginnen und –kollegen zu bieten. Dazu gehörten auch die beliebten Abendunterhaltungen. Zu einer ganz besonderen wurde dabei jene vom 17. November 1962, die dem Verein seine dritte Vereinsfahne bescherte. Wiederum stand die Sektion Aarau Pate.

Zwei weitere Ereignisse ragen aus dem Vereinsbetrieb dieser Jahre heraus. Am 26. Mai 1968 hatte der SATUS Turnverein Olten die Ehre, die Patenschaft der neuen Vereinsfahne der Turner von Trimbach zu übernehmen. Am Verbandstag im März 1969 wurde Rudolf Friedland als erstes Vereinsmitglied zum Verbandsehrenmitglied des SATUS Schweiz ernannt. Damit wurden ihm seine grossen Verdienste um die Anliegen des SATUS auch von der obersten Verbandsbehörde verdankt.

Die nächsten 25 Jahre (1970 – 1995) in der Geschichte des SATUS Olten waren geprägt von Licht und Schatten. Grosse sportliche Erfolge, die Übernahme und erfolgreiche Organisation wichtiger Verbandsanlässe unterstreichen die grosse Schaffenskraft, die Leistungsfähigkeit und das Engagement des Oltner Traditionsvereins und seiner Mitglieder. Der schmerzliche Verlust von verdienten Ehrenmitgliedern und die notwendig gewordene Auflösung vier ehemals erfolgreicher Riegen in den späten achtziger Jahren zeugen nicht nur von der Vergänglichkeit alles Irdischen, sondern machen auch deutlich, dass die veränderten gesellschaftlichen Verhältnisse nicht spurlos an Turn- und Sportvereinen vorübergehen.

Durch die Übernahme zahlreicher nationaler und kantonaler Anlässe bewies der SATUS Olten nicht nur Mut und Engagement, sondern profilierte sich als starkes Glied des Gesamtverbandes. Unzählige Sportlerinnen und Sportler aus allen Teilen der Schweiz erinnern sich gerne an ausgezeichnet organisierte sportliche und gesellige Anlässe in Olten zurück.

Auch im sportlichen Bereich erfüllte uns diese Jahre 1970 – 1995 mit viel Stolz. So wurden an nationalen und kantonalen Meisterschaften fleissig Medaillen und Rekorde errungen. Am Jubiläums-Verbandsfest in Bern 1974 sowie am Verbandsfest in Basel 1983 stand der Verein auf dem obersten Treppchen und wurde als Turnfestsieger im Sektionsturnen erkoren.

Jubiläumsstimmung hat den SATUS Olten im Jahre 1995 erfasst und ihn bestärkt, die 22. SATUS/SKTSV-Leichtathletik-Verbands-Einkampfmeisterschaften in Olten mit Erfolg durchzuführen. Begeistert von der guten Organisation und den schönen Anlagen haben die teilnehmenden Vereine und die Besucher dem SATUS Olten zu seinem 100jährigen Bestehen gratuliert und Glück für die Zukunft gewünscht. Am offiziellen Jubiläumfest im Oktober 1995 konnte im festlich geschmückten Konzertsaal des Stadttheaters Olten dann als weiteren Markstein der Vereinsgeschichte die vierte Vereinsfahne eingeweiht werden.

Als bisher letzter grosser Markstein des SATUS Olten wurde im Jahre 2005 das schweizerische SATUS Sportfest „olten2005.ch“ organisiert und durchgeführt. Den gut 4'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde bei sommerlichem Wetter ein breites Sportangebot (30 Sportarten) offeriert. Das Sportfest war für den Breitensport eine schweizerische Premiere. Zum erstenmal organisierten gemeinsam zwei Breitensportverbände nämlich SATUS Schweiz und der SVKT Frauensportverband ein Turnfest, das bei allen Verantwortlichen als sehr gut gelungen zur Kenntnis genommen werden konnte.

Auch eine kurze Vereinsgeschichte bliebe unvollständig, richtet man die Optik nur auf die schönen und erfolgreichen Mosaiksteine im Vereinsleben. Sport gilt allgemein als schönste Nebensache der Welt, und trotzdem, auch der Sport bleibt nicht unberührt von gesellschaftlichen Entwicklungen und Schicksalsschlägen des Lebens.
Hugo Felsberg, Max Leupi, Jacques Huber, Rudolf Friedland, Hansruedi Schmid, Karl Troller und Ernst Habegger: wer erinnerte sich nicht an diese Namen, hinter denen Persönlichkeiten stehen, die mit der Erfolgsgeschichte des SATUS Olten aufs engste verbunden sind und stets verbunden bleiben.
Wir haben es bereits mehrmals angetönt, die Entwicklung unserer Gesellschaft und das veränderte Freizeitverhalten der Menschen gehen auch am Vereinsleben nicht spurlos vorüber. Man mag die zunehmende Konsumhaltung bedauern, sie ist nicht wegzudiskutieren. Auch die in den letzten fünf Jahren der Achtzigerjahre notwendig gewordenen Auflösungen verschiedener Riegen sind nicht zuletzt Zeichen einer neuer Zeit, die den Turn- und Sportvereinen vermehrt zu schaffen machen.
Die Konkurrenz trendiger (oft nur kurzlebiger) Freizeitvergnügungen, die ein Verein oft nicht anbieten kann, zunehmender Individualismus und Egoismus und die daraus folgende abnehmende Bereitschaft, sich für andere einzusetzen, machen das Vereinsleben nicht eben einfacher, aber um so wertvoller.

Der SATUS Olten, seine Riegen und ihr vielfältiges Angebot stehen auch heute jederzeit allen offen, die ihre Freizeit mit sinnvollen aktiven sportlichen und geselligen Aktivitäten erfüllen wollen. Es ist nie zu früh und nie zu spät, mit sportlichen Aktivitäten zu beginnen. Seit seiner Gründung im Jahre 1895 hat sich der SATUS Olten für Gesundheit und Wohlergehen seiner Mitgliedschaft eingesetzt. Die Zeit bleibt nicht stehen, auch Turn- und Sportvereine werden sich und ihr Angebot ändern. Was bleibt, ist ihr Grundsatz: „Sport ist im Verein am schönsten.“ Gemeinsam etwas für die körperliche, geistige und seelische Fitness tun, das ist unsere Medizin. „Nie war der Sport so wertvoll wie heute!“